Wollhaare sind eine spezielle Haarform bei Säugetieren. Sie bestehen überwiegend aus Keratin und sind daher proteinreich. Typisch sind ihre feine Struktur und die natürliche Kräuselung.Die Wollhaare liegen dicht beieinander und umgeben die Deckhaare. Zusammen bilden sie das Unterfell, das hauptsächlich der Wärmeisolierung dient.
Solche Wollhaare werden bei verschiedenen Tierarten genutzt, etwa bei Schafen (Schafwolle), Alpakas, Kaschmirziegen (Kaschmir), Angorakaninchen (Angora) oder Angoraziegen (Mohair) um nur die wichtigsten zu nennen. Die feinen Unterhaare dieser Tiere werden zu Textilfasern verarbeitet, die wegen ihrer Wärmeleistung und Weichheit geschätzt werden.
Bezeichnend für die Naturfaser Wolle sind in erster Linie ihre temperaturausgleichenden Eigenschaften. Ob extreme Kälte, Hitze oder Nässe - Wolle kann praktisch zu jeder Jahreszeit getragen werden. Bei richtiger Behandlung und Pflege behalten die meisten Wollstoffe stets ihre Form und erholen sich schnell von Knitterfalten.
Über 450 verschiedene Tierarten, hauptsächlich Schafe und Ziegen liefern weltweit das besonders elastische und strapazierfähige Material. Zu den größten Wollproduzenten gehören neben Australien die Länder Neuseeland, Südafrika, Argentinien, Uruguay, Indien, Türkei, Großbritannien, China und Russland.
Wolle unterliegt seit Jahrzehnten einer besonderen Qualitätskontrolle. 1964 führte das Internationale Woll-Sekretariat (IWS) das „Wollsiegel" ein. Seither ist die Verwendung des Begriffs "Reine Schurwolle" an strenge Auflagen gebunden.
Tipps zur richtigen Handhabung der Wolle findest Du in den Textilpflegetipps vom Schneiderlein.
Übersicht:
- Verarbeitung: Tierhaar, gesponnen
- Beschaffenheit/Haptik: elastisch, warm
- Infos: temperaturregulierend, selbstreinigend, kann kratzen
- Einsatzbereiche sind zum Beispiel: Strickware, Mäntel oder Anzüge
- Mischungen oft mit Polyamid oder Kaschmir
- Pflege: Wollwaschgang, selten waschen
Arten:
- Angora – höchst flauschiges und weiches Langhaar des Angora-Kaninchens
- Australwolle - Aus Australien stammende Schurwolle.
- Bouchlé – Gewebe aus Effektgarnen, mit Schlaufen oder Knötchen, Charakteristische Farbschattierungen
- Cool Wool – eine sehr feinfädige, knitterarme Wolle mit hoher Atmungsaktivität. Sehr temperaturausgleichend
- Crêpe – weich fließende, hochgezwirnte Garne mit edler Struktur
- Flanell – leicht verstrichenes Gewebe aus Uni- oder Mélangegarnen
- Jacquard - hochwertige Qualität aus feinsten Garnen mit eingewebten Blumen- oder Fantasieelementen.
- Kamelhaarwolle – aus dem Flaumhaar des Kamelfells, besonders flauschig und wärmend
- Kaschmir – ist das Haar der Kaschmirziege und hat einen unnachahmlichen Glanz. Sehr kostbar, extrem weich und geschmeidig
- Lambswool – ist die erste Schur der etwa sechs Monate alten Lämmer. Sehr feine und flaumweiche Wolle
- Merino – ist sehr feines Garn, weich und stark gekräuselt. Die Gewebe und Gestricke sind von hoher Qualität
- Mohair – besitzt eine flauschige Struktur. Eine hochwertige Wolle der Angora-Ziege
- Shetland – Wolle vom Shetland-Schaf ist besonders haltbar und strapazierfähig
- Schurwolle – darf laut Textilkennzeichnungsgesetz ein Wollerzeugnis nur dann genannt werden, wenn es ausschließlich aus einer Faser besteht, die niemals in einem Fertigungserzeugnis erhalten war und die weder einem anderen als dem zur Herstellung des Erzeugnisses erforderlichen Spinn- oder Filzprozess unterlegen hat noch einer Faserschädigenden Behandlung ausgesetzt wurde. Die Bezeichnung Schurwolle ist demnach dem hochwertigen Produkt, der Wolle vorbehalten, die durch Scheren am lebendigen Tier, gewonnen wird.
- Tasmanian Wool - Tasmanien ist eine Australien vorgelagerte Insel. Hier werden die feinsten Wollen Australiens gezüchtet. Die Feinheit der Wolle hängt von den klimatischen Bedingungen ab.
- Velours – weiche, wärmende Wollqualität mit angerauter Oberfläche
