Die Lederverabeitung zählt zu den ältesten handwerklichen Fertigkeiten des Menschen und war schon immer eine besondere Kunst. Jedes Stück Leder ist ein Unikat und dient dem Menschen seit Urzeiten als zweite Haut.
Leder nimmt Körperfeuchtigkeit auf sperrt sich aber gleichzeitig gegen Nässe von außen. Es ist reißfest, atmungsaktiv, strapazierfähig und sehr langlebig.
Je nach Oberflächenbeschaffenheit unterscheidet man Glattleder und Rauhleder. Für die Echtheit eines Lederproduktes bürgt allein das Logo "Echtes Leder". Da Leder sich beim Tragen weitet solltest Du darauf achten, das eine Lederhose bei der ersten Anprobe unbedingt körpernah sitzt.
Tipps zur richtigen Handhabung von Leder findest Du in den Textilpflegetipps vom Schneiderlein.
Übersicht:
- Verarbeitung: Tierische Haut (meist Rind, Lamm, Ziege), gegerbt durch pflanzliche, mineralische oder synthetische Gerbung, anschließend gefärbt und veredelt
- Beschaffenheit/Haptik: Je nach Gerbart weich bis fest, griffig, langlebig, atmungsaktiv
- Infos: Sehr strapazierfähig, altert charaktervoll (Patina), windabweisend, nicht vegan
- Einsatzbereiche sind zum Beispiel: Schuhe, Taschen, Gürtel, Jacken, Möbel, Accessoires
- Mischungen: Als Verbund mit Textilien (z. B. Lederstoff, Kunstlederträger), selten Faser-Mischungen
- Pflege: Regelmäßig imprägnieren, feucht abwischen, spezielle Lederpflege verwenden
Arten
- Fischleder – besonders reißfestes und sehr elastisches Leder (dünner als Rindsleder). Typische Schuppenstruktur - Dorsch, Karpfen, Stör, Seewolf, Lachs, Hai. Leder aus Rochen hat eine feine Perlstruktur.
- Geprägtes Leder – per Stempel oder Walze werden Narbungen exotischer Tiere in das Leder geprägt. Gleichzeitig kann auch Farbe mit aufgedruckt werden. Oftmals lassen sich diese Lederstücke von echten Vorlagen kaum unterscheiden.
- Kalbnappa – beliebteste Lederart– leicht und hochwertig
- Kalbvelours – große Weichheit und hat einen feinen Veloursschliff
- Lackleder – hochglänzend und wasserdicht lackiert
- Metallicleder – Glattleder wird auf der glatten Oberseite mit einer Metallfolie überzogen. Oder es werden Metallpigmente beim Top Coat (Versiegelung der Oberfläche), für den glänzenden Effekt, beigemischt
- Nappaleder/Glattleder – die Narbenseite liegt oben. Pigmentiertes Glattleder ist steifer, wenn es neben der Farbe eine zusätzliche Versiegelung (Top Coat) erhält. Ohne diese zusätzliche Versiegelung ist das Leder anschmiegsamer aber zugleich empfindlicher.
- Printleder – bedruckte helle Glattleder mit Tinten- oder Siebstrahl, bieten eine alternative zu exklusiven Reptilienleder. Es können Farben und Muster jeglicher Art auf das Leder aufgebracht werden.
- Rauleder – samtige Oberfläche, weicher, warmer Griff. Aufgerautes Oberflächenleder, wie Velours- und Nubukleder. Velourleder ist die Rückseite von Glattleder, Nubukleder ist festes, auf der äußeren (Narben-) Seite angeschliffenes Leder.
- Rindnappa – schwere Qualität mit großer Lederfläche
- Rindvelours – charakteristisch durch den unregelmäßigen, langfaserigen Veloursschliff. Sehr strapazierfähig.
- Schweinsleder – genarbtes Leder durch die charakteristische Borstenstruktur. Leichte,nicht zu warme sowie auch günstige Lederart.
- Straussenleder – lange haltbares und sehr weiches Leder. Das typische Erkennungsmerkmal sind die Noppen. Wird sehr oft bei hochwertigen Gürteln und Taschen eingesetzt. Am Abstand der Noppen lässt sich das Alter des Vogels erkennen. Je größer die Abstände zwischen den einzelnen Noppen um so höher das Alter des Tieres.
- Ziegenvelours – hat einen besonderen, seidenweichen Schliff
