Alpaka – korrekt bezeichnet als Alpaka- bzw. Pako-Wolle (Faserkurzzeichen WP) – ist die Faser, die vom domestizierten Alpaka stammt, dessen ursprüngliches Verbreitungsgebiet ausschließlich in den Anden lag.
Man unterscheidet zwei Alpakatypen: Huacaya, das rund 80 % des Bestands ausmacht, und Suri mit etwa 12 %; die übrigen ca. 8 % entfallen auf Mischformen. Der Unterschied liegt in der Faserstruktur. Huacaya-Alpakas besitzen feine, gleichmäßig gekräuselte Fasern sowie einzelne Grannen- bzw. Deckhaare. Suri-Alpakas hingegen haben glatte, ungekräuselte Fasern, die sich zu langen, leicht gelockten Strähnen anordnen. Die Wolle wird in über 20 natürlich vorkommende Farbtöne eingeteilt.
Die durchschnittliche Stapellänge der Fasern beträgt etwa 12,5 bis 21,5 cm, während die Feinheit im Mittel zwischen 22 und 30 µm liegt. Mit einer Zugfestigkeit von rund 150 bis 220 N/mm² bewegt sich Alpaka im Bereich klassischer Schafwolle. Die Verarbeitung erfolgt zu Streich- und Kammgarnen, vor allem in natürlichen Braunabstufungen. Die jährliche Produktionsmenge liegt seit mehreren Jahren bei etwa 5.000 bis 6.000 Tonnen, wovon rund 90 % in Arequipa (Peru) weiterverarbeitet werden.
- Alpaka als Gewebe, auch unter den Bezeichnungen Lüster oder Orleans bekannt, beschreibt Halbwollstoffe mit Baumwollkette und Alpakaschuss aus Kamm- oder Streichgarnen in Tuchbindung. Daraus entstehen leichte Stoffe für Kleider oder Sommerjacken.
- Alpakka (nicht gleichzusetzen mit Alpaka) ist ein heute kaum noch gebräuchlicher Begriff für Extraktwolle aus Wollmischgeweben mit einer Faserlänge von mehr als 20 mm.
Übersicht:
- Verarbeitung: Naturhaar, gekämmt & versponnen
- Beschaffenheit/Haptik: sehr weich, glatt, leicht glänzend
- Infos: wärmer als Schurwolle, kaum Lanolin → gut für Allergiker
- Einsatzbereiche sind zum Beispiel: Mäntel, Strick, Schals
- Mischungen oft mit Wolle oder Seide zur Stabilisierung
- Pflege: Schonwäsche oder Handwäsche, liegend trocknen
